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Heranwachsen mit dem Social Web

Wollte eigentlich schon letzte Woche darüber schreiben, komme aber leider erst heute dazu. Letzte Woche ist eine Kurzfassung des Projektberichts zum Projekt “Jugendliche und Web 2.0” erschienen: “Heranwachsen mit dem Social Web. Zur Rolle von Web 2.0 -Angeboten im Alltag von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“. Ziel des Projektes war es herauszufinden, wie Jugendliche und junge Erwachsene (Altersgruppe 12 bis 24 Jahre)  mit Web 2.0-Angeboten umgehen und was sie am Web 2.0 bzw. am Social Web fasziniert. Dazu wurde eine Analyse des Social Web als Kommunikationsdienst vorgenommen, eine qualitative Studie mit zwölf Gruppendiskussionen und 29 Einzelninterviews sowie eine Repräsentativbefragung (n=650) unter Onlinenutzern im Alter von 12 bis 24 Jahren durchgeführt.

Die Ergebnisse zeigen, dass das Social Web im Alltag junger Menschen längst angekommen ist, denn mehr als 85 Prozent der Befragten nutzen es mindestens mehrmals pro Woche. Unter den am häufigsten genutzten Angeboten finden sich die Veideoplattform YouTube, Wikipedia sowie Instant Messaging-Dienste und Netzwerkplattformen. Interessant fand ich die Einteilung der Nutzer von Netzwerkplattformen in insgesamt neun Nutzertypen: “Nicht-Nutzer”, “Rand-Nutzer ohne eigenes Profil”, “Routinierte Kontaktpfleger”, “Außenorientierte Selbstdarsteller”, “Wenig interessierte Routinenutzer”, “Zurückhaltende Freundschaftsorientierte”, “Intensive Netzwerker”, “Reflektierte Gelegenheitsnutzer” sowie “Experimentierende Selbstdarsteller”. Laut den Ergebnissen finden sich wohl am ehesten “Routinierte Kontaktpfleger” (23%) und “Außenorientierte Selbstdarsteller” (16%) unter den Befragten.

Was den Umgang mit Social Web-Angeboten angeht, zeigen sich wohl verschiedene Umgangsweisen. Jugendliche und junge Erwachsene schöpfen jedoch die Möglichkeiten des Web 2.0 nur selten voll aus. Ähnliche Ergebnisse hatte auch die JIM-Studie 2008 geliefert.

Als wichtiges Ergebnis halten die Autoren fest, dass vor allen Netzwerkplattformen bzw. Social Networks einen hohen Stellenwert bei der Social Web-Nutzung junger Menschen einnehmen.

“Die sich eröffnenden Möglichkeiten zur Selbstdarstellung, Partizipation, Vernetzung und Beziehungspflege nutzen sie dabei je nach Bedürfnis und Anliegen auf ganz unterschiedliche Art und Weise. Die Faszination der Angebote sowie die Art der Selbstdarstellung und -inszenierung sind für Außenstehende und Unbeteiligte oftmals nicht nachvollziehbar und werden eher skeptisch betrachtet, was sich nicht selten in einer grundsätzlichen Kritik der Angebote niederschlägt.”

Und auch auf die Unwissenheit sowie die naiven Vorstellungen von Online-Öffentlichkeiten mancher Nutzer wird hingewiesen. Hier gilt es weiterhin, Aufklärungsarbeit zu leisten und die Nutzer für bestehende Risiken zu sensibilisieren.

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