Am Freitag (30.01.) war Jan Schmidt vom Hans-Bredow-Institut in Hamburg bei uns an der Uni Augsburg zu Gast und hat einen Vortrag zum Thema “Persönliche Öffentlichkeiten im Web 2.0. – Merkmale und Konsequenzen des onlinegestützten Identitäts-, Beziehungs- und Informationsmanagements” gehalten. Entstanden ist der Vortrag aus dem Rahmen des Doktorandenkolloquiums heraus, wurde aber auch für interessierte Studierende und Lehrende geöffnet. Daher war der Vortrag auch gut besucht.
Da ich mich im Rahmen meiner Bachelorarbeit sehr viel mit Jan Schmidts Forschung rund um Weblogs und Social Software allgemein befasst habe, war ich sehr gespannt auf seinen Vortrag. Das Thema “persönliche Öffentlichkeiten im Web 2.0″ hat Jan Schmidt vor allem am Beispiel von Social Networks erläutert. Ein interessanter Aspekt dabei war, dass Menschen sich in verschiedenen sozialen Netzwerken auch durchaus unterschiedlich präsentieren, je nachdem, wer dort angesprochen werden soll. So präsentiert sich ein Student zum Beispiel auf studiVZ anders als auf XING. Zudem gewinnen Social Networks im Vergleich zu Blogs immer stärker an Popularität und bieten, wie zum Beispiel Facebook, immer mehr verschiedene Funktionen, um somit Nutzer verstärkt an die eigene Seite zu binden. Ein ganz spannendes Angebot ist in diesem Zusammenhang Friendfeed, wo man verschiedenste Dienste miteinander verbinden kann. Was ich mich dabei allerdings frage: Will man das als Nutzer überhaupt? Oder will man lieber für verschiedene Anwendungen auch unterschiedliche Dienste? Ich persönlich finde Facebook zum Beispiel inzwischen sehr unübersichtlich mit seinen zahlreichen Funktionen. Klar ist das ein oder andere ein ganz nettes und witziges Tool. Brauchen tue ich das aber eigentlich nicht.
Am Ende seines Vortrags brachte Jan Schmidt noch die Analogie des “Holländischen Wohnzimmers” in Verbindung mit Social Networks. In Holland ist es scheinbar Brauch, dass man keine Vorhänge vor die Fenster hängt. Dafür ist es aber auch üblich, dass man anderen nicht ins Zimmer starrt. Nun stellt sich die Frage, ob es auch im Netz üblich ist, Inhalte, die nicht für einen gedacht ist, auch nicht anzuschauen. Wohl eher nicht. Denn gerade im Netz kann man unbemerkt Seiten anderer anschauen und diese merken dann nichts. Andererseits sollten sich diejenigen, die Informationen über sich selbst im Netz bereitstellen, bewusst sein, dass diese Informationen von sehr vielen Menschen gesehen werden können. Jedoch spielt hier wieder das Thema Medienkompetenz eine wichtige Rolle, denn ich bezweifel, dass sich alle Internetnutzer, die Profile in Social Networks haben, auch wirklich bewusst sind, dass sie sich gut überlegen müssen, welche Infos sie im Netz preisgeben sollten.

Alles in allem war es ein interessanter Vortrag mit einer spannenden Diskussion im Anschluss, die einige interessante Aspekte für weitere Gedanken und vielleicht auch Diskussionen aufgezeigt haben. Wer sich für die genauen Inhalte des Vortrags interessiert, kann sich hier eine ganz ähnliche Präsentation von jan Schmidt anschauen.
[...] mich wieder an den Vortrag von Jan Schmidt und sein Beispiel mit den Holländischen Fenstern (hier nachzulesen). Gerade weil Personaler Social Networks immer gezielter zur Recherche der Bewerber [...]