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Null Blog statt Net Generation?

Schon seit Tagen wollte ich über den Artikel “Null Blog” von Spiegel bloggen, komme aber leider erst heute dazu. Da hat der Spiegel jetzt ein Thema entdeckt, über das Rolf Schulmeister schon 2008 in seiner Studie “Gibt es eine »Net Generation«?” geschrieben hat. Oft hört man von den so genannten “Digital Natives”, der heutigen Jugend, die mit dem Internet groß geworden ist. Dabei wird immer wieder postuliert, dass diese Generation digitale Medien ganz selbstverständlich und kompetenter nutzt als Erwachsene, die so genannten “Digital Immigrants”. Dass das so nicht immer stimmt, darüber schreibt Schulmeister eben in seiner Studie und jetzt auch der Spiegel.
Spiegel: Null Blog
Denn zwar nutzen nahezu alle Jugendlichen heutzutage das Internet und die 14- bis 19-Jährigen gehören auch zu der internetaffinsten Nutzergruppe ((N)ONLINER-Atlas 2o1o), nicht-mediale Aktivitäten wie Treffen mit Freunden oder Sport sind den meisten aber wichtiger (JIM-Studie 2009). Die Internetnutzung scheint für die Jugendlichen auch nichts Besonderes zu sein, es gehört einfach ganz selbstverständlich zu ihrem Alltag. Daher spielt auch der Begriff “Internet” für Sie keine besondere Rolle:

“Der Begriff ist sinnlos”, sagt Tom. Ein Relikt aus der Zeit, als es noch etwas Besonderes war, die Vorstellung eines separaten Raums, getrennt vom echten Leben, einer eigenen geheimnisvollen Welt, die man betritt und wieder verlässt.

Das Internet dient Jugendlichen vor allem zur Kommunikation mit ihren Freunden und zur Unterhaltung. Bloggen, Twittern oder Wikipedia-Artikel schreiben interessiert sie hingegen nicht. Warum das manche Erwachsenen aber verwunderlich finden, verstehe ich nicht. Nur weil man das Internet viel nutzt und damit aufgewachsen ist, heißt das doch noch lange nicht, dass man deswegen alles nutzen muss, was es bietet. Denn nur, weil etwas da ist, müssen Jugendliche es noch lange nicht spannend finden. Es stimmt aus meiner Sicht jedoch nicht, dass Web 2.0-Anwendungen von Jugendlichen gar nicht genutzt werden. So nutzen laut JIM-Studie 2009 70 Prozent der Jugendlichen Soziale Netzwerke, die ebenfalls zu Web 2.0-Anwendungen gezählt werden. Diese scheinen das Bedürfnis der Jugendlichen nach Kommunikation mit ihren Freunden sehr gut zu erfüllen. Andere Web 2.0-Anwendungen passen wahrscheinlich einfach nicht alle zu den Bedürfnissen der Jugendlichen. Wenn ich daran zurückdenke, wie ich mit 15 so drauf war, hätte mich das Bloggen damals auch nicht besonders gereizt.

Auch wenn Jugendliche nicht so kompetent im Umgang mit dem Netz und vor allem mit Web 2.0-Anwendungen sind, haben diese dennoch großes Potenzial für den Einsatz im Unterricht. Warum dies so ist, beschreibt René Scheppler in seinem Blog Lernwolke. Er ist selbst für den Spiegel-Artikel interviewt worden und berichtet darin von seinen Erfahrungen mit dem Einsatz digitaler Medien im Unterricht.

Was ich auch sehr interessant finde, war die Aussage im Spiegel-Artikel, dass das Internet für Jugendliche verzichtbar ist. Wenn sie etwas gemeinsam mit ihren Freunden unternehmen können, ziehen sie das dem Internet jederzeit vor. Aber ist das Internet für sie deswegen wirklich verzichtbar? Denn ein Großteil der Kommunikation unter Jugendlichen läuft doch inzwischen online ab. Verliert man denn nicht den Anschluss an die Gleichaltrigen, wenn man ganz plötzlich off ist? So schreibt Boyd (2008, S. 119), dass die Partizipation in Onlinecommunities ein wichtiger Teil des sozialen Lebens von Jugendlichen geworden ist und zum Teil darüber entscheidet, wer in der Schule als „cool“ angesehen wird. Eine von ihr zitierte 18-Jährige bringt dies auf den Punkt:

„If you’re not on MySpace, you don’t exist.“ (S. 119).

Zu den Kommunikationsgewohnheiten von Jugendlichen schreibt Lara Cömert, eine 11. Klässlerin, im Kölner Stadtanzeiger als Reaktion auf den Spiegel-Artikel Folgendes:

“Die Kommunikation zwischen Jugendlichen läuft längst nicht mehr bloß verbal ab, sondern vor allem online. Ob im Café, in der Bahn, in der Bücherei oder auf der Toilette, das Handy musst immer griffbereit sein, schließlich ist es das zentrale Kommunikationsmittel und teilt uns mit, wer gerade was auf Facebook gepostet hat, wo die nächste Party steigt, oder ob sich der Treffpunkt vielleicht doch geändert hat. Dauer-online zu sein ist ein Muss.”

Müssen sich Erwachsene denn nun sorgen, weil die Jugend nur vor dem Computerbildschirm sitzt, im Netz surft, sich sonst für nichts interessiert und sozial vereinsamt? Oder sind diese Befürchtungen überzogen, wie der Spiegel meint? Lara schildert ihre Sicht dazu im Kölner Stadtanzeiger:

“Viele Ältere beschweren sich dabei über die „Generation online“, die ständig das Handy in der Hand hat und deren sozialer Kontakt sich auf dem Computerbildschirm abspielt. Dabei ist das vermutlich nur die halbe Wahrheit. Denn man kann diese Generation nicht nur als die sehen, die sich hinter den neuesten technologischen Errungenschaften versteckt, sondern vor allem als eine, die das Bedürfnis hat sich mitzuteilen, sich auszutauschen, informiert zu sein und in Verbindung zu stehen – mit allem, allen und zu jeder Zeit. Diese Generation behält ihre Meinungen nicht für sich, sie macht sie öffentlich – auf Blogs, bei Twitter, in Foren und Kommentarspalten. Es ist nicht mehr die Generation, die sich zu Hause allein vor den Fernseher setzt, sondern die, die während des DVD-Schauens Skype einschaltet, um sich mit Freunden auf der ganzen Welt über den Film auszutauschen. Ob es sich dabei um natürlichen Fortschritt und den Ausbau von Kompetenzen oder um kulturellen Sittenverfall handelt, werden wohl erst die Reaktionen zukünftiger Generationen zeigen.”

Aus meiner Sicht darf man die Internetnutzung Jugendlicher nicht zu kritisch sehen. Wichtig ist aber, dass man ihnen einen kompetenten Umgang mit dem Internet damit beibringt. Denn es ist nicht von der Hand zu weisen, dass oft sehr sorglos mit privaten Daten im Netz umgegangen wird. So beschränken laut JIM-Studie 2009 gerade einmal 46% der Jugendlichen den Zugriff auf ihr Profil in Sozialen Netzwerken. Welche Folgen es haben kann, wenn wildfremde Personen auf die persönlichen Daten, die im eigenen Profil stehen, haben, scheint nicht allen bewusst zu sein. Und auch die Tragweite von Cyberbullying scheint vielen Jugendlichen nicht bewusst zu sein, wie ich in meiner eigenen Untersuchung feststellen konnte. Die Web Literacy Jugendlicher muss also gefördert werden. Neben den Eltern sind da vor allem die Schulen gefordert. Dazu müssen aber auch die Lehrer über die nötige Web Literacy verfügen. Dazu empfiehlt es sich auch die Replik von Martin Lindner auf den Spiegel-Artikel zu lesen.

(N)ONLINER Atlas 2010

Der (N)ONLINER Atlas 2010 zur Nutzung und Nichtnutzung des Internet ist inzwischen veröffentlicht worden und zeigt, dass im Vergleich zu letztem Jahr der Anteil der Onliner in diesem Jahr um drei Prozent auf insgesamt 72 Prozent gewachsen (von 65,1 Prozent 2008 und 69,1 Prozent 2009) ist. Somit sind inzwischen fast drei Viertel der deutschen Bevölkerung bzw. 48,3 Millionen Personen über 14 Jahre online.

In einer Pressemitteilung der Initiative D21 heißt es dazu:

Binnen eines Jahres haben somit zwei Millionen Menschen die digitale Welt neu für sich entdeckt. Doch wird aus den Zahlen auch deutlich, dass man von einer digitalen Gesellschaft in Deutschland – trotz erhöhter politischer und medialer Aufmerksamkeit – noch weit entfernt ist. Noch immer sind 28 Prozent und damit knapp 19 Millionen Menschen über 14 Jahren nicht online. Und auch das aktuelle Wachstum zeigt, dass ohne gezielte Förderung in Zukunft mit geringeren Steigerungen zu rechnen ist. So fällt das diesjährige Wachstum im Vergleich zum Vorjahr um 1,1 Prozentpunkte geringer aus. Auch wollen nur noch 3,8 Prozent Nutzungsplaner in den nächsten zwölf Monaten das Internet neu für sich entdecken. 2009 waren es noch 4,3 Prozent.

Nach wie vor nutzen mehr Männer (79,5 Prozent) als Frauen (64,8 Prozent) das Internet und der Nutzerzuwachs war bei Männern ebenfalls höher. Erfreulich ist hingegen, dass der Onliner-Anteil in allen Altersgruppen zunimmt. So sind inzwischen 49,6 Prozenzt der über 50-Jährigen online, im letzten Jahr waren es noch 44,9 Prozent. Die Gruppe der Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind bei der Internetnutzung aber nach wie vor die eifrigsten mit einem Onliner-Anteil von 95,8 Prozent, dabei stechen die Schüler mit 97,5 Prozent am meisten heraus. Erfreulich ist ebenfalls, dass es zum dritten Mal in Folge einen überdurchschnittlichen Zuwachs in der Gruppe mit formal einfacher Bildung gab. Dennoch sind Personen mit Volks- oder Hauptschulabschluss nach wie vor diejenigen, die mit 56,6 Prozent am wenigsten Onliner aufweisen. Damit liegt diese Gruppe weit hinter den Personen mit einem weiterbildenden Schulabschluss (76,2 Prozent Onliner) und mit Abitur oder Studium (88,8 Prozent Onliner).

„Es gibt kaum noch einen Beruf, der ohne ein Mindestmaß an Kenntnissen über die digitalen Medien auskommt. Solange wir eine digitale Grundversorgung nicht bieten können, schaffen wir in Deutschland allerdings eine Ungleichheit, die neben einer persönlichen Benachteiligung auch dem Wirtschaftsstandort Deutschland nicht zugutekommt“ so Alf Henryk Wulf, Vizepräsident der Initiative D21 und Vorstandsvorsitzender der Alcatel-Lucent Deutschland AG.

Der (N)ONLINER Atlas 2009 ist eine Studie von der Initiative D21 und seine Daten basieren auf insgesamt 30.705 Interviews, die als computergestützte Telefoninterviews (CATI) im Rahmen der TNS Omnibusse zwischen dem 26. Februar und dem 29. Mai 2010 durchgeführt wurden.

Tag der offenen Tür UniBwM

Am Samstag, 26.06.2010, findet an der Universität der Bundeswehr in München der Tag der offenen Tür statt. Auch wir von der Professur für Lernen und Lehren für Medien sind dort mit einem interaktiven Marktplatz von 12 Uhr bis 14 Uhr vertreten. Folgendes wollen wir an dem Tag präsentieren, wie Alex auf unserer Website schreibt:

Die Professur für Lehren und Lernen mit Medien wird von 12 bis 14 Uhr im Raum 33.0201 (Medienzentrum) Einblick geben in innovative Lernformen auf Gebieten, wo man Computer und Internet wohl eher nicht erwartet, z. B. in der Fahrschule und im Sport.In interaktiven Präsentationen verschiedener Online-Umgebungen wird gezeigt,

  • wie Fahrschüler und Fahrlehreranwärter auch im Netz etwas lernen können (weitere Informationen finden sich hier),
  • wie man digitale Medien im Schulsport und in der Trainerausbildung einsetzen kann (weitere Informationen finden sich hier und hier) und
  • inwiefern das Netz sogar Platz für Geschichten von Außerirdischen bietet – mit denen auch Grundschülern das Lernen Spaß macht (weitere Informationen finden sich hier).

Alle Interessierten und Neugierigen sind herzlich eingeladen, vorbeizukommen, sich die Universität der Bundeswehr anzuschauen und sich über unsere Arbeit zu informieren. :-)

Erste Erfahrungen aus dem Doktorandenkolloquium

Das Doktorandenkolloquium von Gabi habe ich in diesem Semester nicht zum ersten Mal besucht, aber zum ersten Mal als Doktorand und nicht als Gast. Daher war der Ablauf für mich gar nciht so ungewohnt. Neu war allerdings die Situation, mein eigenes Dissertations-Vorhaben plötzlich vor den anderen zu präsentieren. Da ich mich im Moment noch ganz am Anfang meiner Dissertation befinde, ging es letzten Freitag also  darum, meine momentan eher losen Gedanken und das, woran ich im Moment arbeite, genauer vorzustellen. Klar für mich ist auf jeden Fall, dass ich mich mit den Potenzialen von Web 2.0 für die Fahrlehrerausbildung beschäftigen möchte und das EU-Projekt “Driver Instructor Education 2.0″, an dem ich im Moment mitarbeite, den Ausgangspunkt für meine Überlegungen bildet. Für den ein oder anderen mag das Thema evtl. etwas exotisch oder auch wenig attraktiv erscheinen und ich selbst hätte vor einem Jahr auch noch nicht gedacht, dass ich mich in meiner Diss damit beschäftigen würde. Gut, vor einem Jahr hätte ich noch gar nicht daran gedacht, das sich nach meinem Masterabschluss überhaupt promovieren würde. Aber gut, die Dinge entwickeln sich halt manchmal anders als gedacht, was auch sehr positiv sein kann. :-)

Nachdem ich mich aber nun seit Oktober mit dem Thema Fahrlehrerausbildung beschäftige, ist mein Interesse dafür erwacht. Warum? Nun, wenn es um die Potenziale digitaler Medien für Lernen und Lehren geht, konzentrieren sich die wissenschaftlichen Untersuchungen sehr stark auf die Bereiche Schule und Hochschule. Im Bereich der beruflichen Bildung findet man hingegen nicht soo viel zu diesem Thema und im Bereich der Fahrlehrerausbildung erst recht nicht. Immerhin gibt es in der Fahrschülerausbildung bereits erste Bemühungen, diese durch den Einsatz digitaler Medien zu verbessern. Man bewegt sich bei der Fahrlehrerausbildung zudem in einem gesellschaftlich höchst relevanten Bereich, wenn man nur an die Themen Sicherheit im Straßenverkehr und umweltbewusstes Fahren denkt. Heutzutage macht so gut wie jeder Jugendliche in Deutschland einen Führerschein, 2009 wurden laut dem Kraftfahrt-Bundesamt 1,4 Millionen Führerscheine hierzulande ausgestellt. Es ist Aufgabe der Fahrlehrer, all den angehenden Auto-, Motorrad- oder Mopedfahrern beizubringen, ihr Fahrzeug sicher und umweltbewusst zu führen. Fahrlehrer sind dabei mit hohen pädagogisch-didaktischen Anforderungen konfrontiert und benötigen eine entsprechende Lehrkompetenz, um ihre Fahrschüler im Auto anleiten, korrigieren und unterstützen zu können. Wie man angehende Fahrlehrer beim Aufbau ihrer Lehrkompetenz z.B. durch Videoreflexion unterstützen kann, erproben wir gerade im EU-Projekt. Wer mehr über das Thema erfahren möchte, kann sich auf unserer Projekt-Website informieren oder unsere erste Forschungsnotiz zu diesem Thema lesen.

Auf welchen Aspekt des Potenzials von Web 2.0 für die Fahrlehrerausbildung ich mich in meiner Diss am Ende konzentrieren werde, kann ich im Moment noch nciht sagen. Denn das hängt nicht zuletzt von meiner Folgefinanzierung ab April 2011 ab, wie Gabi auch im Kolloquium-Blog schreibt. Denn das EU-Projekt läuft bereits im März 2011 aus. Daher denke ich momentan auch noch im mehrere Richtungen, die man aber eigentlich bislang ganz gut unter einen Hut bringen kann. Erstmal werde ich mich jetzt auf die Literaturrecherche und -sichtung konzentrieren und mich eingehender mit den gesetzlichen Vorgaben für die Fahrlehrerausbildung in Deutschland beschäftigen. Darin wurde ich auch am Freitag im Doktorandenkolloquium bestärkt.

Alles in allem haben mir das Formulieren des Arbeitsstandes und meine Präsentation im Kolloquium dabei geholfen, meine eigenen chaotischen und zum Teil noch losen Gedanken zu strukturieren. Damit kann ich an dieser Stelle anschließend an die Diskussion in Sandras Blog sagen, dass die Neuerungen im Kolloquium auch für einen Doktoranden-Neuling wie mich, nachdem ich sie jetzt auch selbst ausprobiert habe, sinnvoll und hilfreich erscheinen. :-) Und ich bin schon gespannt, wie weit ich mit meinen Gedanken sein werde, wenn ich meine Diss im nächsten Semester im Kolloquium präsentieren muss.

Monitoringseminar von der NA BiBB

Am 9. Juni habe ich zusammen mit Frank das Monitoringseminar von der NA BiBB in Bonn besucht. Zweck der Veranstaltung war es, die Innovationstransferprojekte aus dem Leonardo da Vinci-Programm (das europäische Programm für berufliche Bildung) über einige wichtige Punkte wie Monitoringbesuche oder das Verfassen der Zwischen- und Endberichte (Inhalt und Finanbericht) zu informieren. Da unser Projekt “Driver Instructor Education 2.0″ nur 18 Monate dauert, entfällt für uns der Zwischenbericht, was natürlich ein positiver Nebeneffekt ist.

Die Informationen, die wir dort bekommen haben, waren alle sehr wichtig für die Projektkoordination und wir haben auf jeden Fall beide viel dazugelernt. Allerdings hätte ich mir, genauso wie Frank auch, gewünscht, diese Informationen gleich zu Beginn des Projektes im Oktober 2009 zu erhalten. So hätte man einige Dinge von Anfang an anders bzw. systematischer angehen können. Aber jetzt nutzen wir die neugewonnen Erkenntnisse, um bei einigen Prozessen im Projekt nachzubessern.

Derweil befindet sich das Projekt mitten in der praktischen Phase und unsere Partner-Ausbildungsfahrschulen und -Fahrlehrerausbildungsstätten erproben fleißig den Einsatz der Videoreflexion in der Fahrlehrerausbildung. Im Herbst erwarten wir die ersten Ergebnisse dazu. Am 29. September 2010 findet auch unser zweiter Projekt-Workshop mit unseren Partnern statt, bei dem wir mit ihnen über ihre Erfahrungen diskutieren möchten. Ich bin schon sehr gespannt und werde natürlich hier berichten.

Wissen Sie, was Ihr Kind im Internet macht?

Vor ein paar Tagen bin ich über einen Artikel auf Spiegel Online auf die Studie “Norton Online Family Report: Globale Einblicke in das Familienleben im Netz” gestoßen. An der Studie haben 7000 Erwachsene und 2400 Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 8 und 17 Jahren aus 14 Ländern teilgenommen.

In der Studie wurde untersucht,  wie sich Kinder im Netz verhalten und welche Erfahrungen sie dort machen. Diese Ergebnisse wurden damit verglichen, wie vierl Eltern darüber wissen was sie davon verstehen. Demnach sind die Kinder im Durchschnitt 1,6 Stunden pro Tag online und nutzen diese Zeit vor allem zum Spielen. Während Eltern am meisten befürchten, dass Kinder im Netz auf nicht jugendfreie Inhalte zugreifen oder ihre persönlichen Daten weitergeben könnten, unterschätzen sie die Häufigkeit, mit der Kinder dort negative Erfahrungen mahcen:

“Fast zwei Drittel der Kinder haben bereits negative Erfahrungen im Internet gesammelt, aber nur 45% der Eltern wissen davon.”

Interessant ist auch die Erkenntnis, dass Kinder durchaus ein Empfinden für die Wichtigkeit ethischen Vrehaltens im Netz haben:

“Die eigenen Regeln der Kinder besagen, niemanden online zu belästigen oder zu schikanieren, keine für andere Personen peinlichen Fotos oder Posts weiterzuleiten, und nichts zu sagen oder zu tun, was  man nicht auch in der wirklichen Welt jenseits des Netzes sagen oder tun würde.”

Jahresbericht 2009 von jugendschutz.net online

jugendschutz.net hat seinen Jahresbericht 2009 zum Jugendschutz im Internet veröffentlicht. Insgesamt haben die Jugendschützer im letzten Jahr 19.000 Angebote kontrolliert und dabei 2.400 Verstöße gegen den Jugendschutz registriert. Den größten Anteil daran hatten mit 42% pornografische Inhalte. Der stärkste Anstieg (22%, Steigerung um 100%) wurde aber bei Angeboten zum selbstverletzenden Verhalten wie “Ritzen” oder “Cutten” festgestellt. So finden sich im Internet z.B. Seiten, auf denen detailliert Methoden zum Ritzen diskutiert werden oder auch idealisierende Bilder und Videos von Selbstverletzungen. Auch das Thema Cyberbullying wird im Jahresbericht aufgegriffen. jugendschutz.net stellt dazu fest:

“Cyberbullying ist eines der größten Probleme in Kommunikationsdiensten wie Sozialen Netzwerken oder Chats. jugendschutz.net kontrollierte 150 Angebote, 50 wurden kontinuierlich beobachtet.
Die Formen des Mobbings reichen von beleidigenden Kommentaren bis hin zur Gründung von ‘Hass-Gruppen’. In einigen Communitys werden Jugendliche mit Wettbewerben wie ‘peinlichstes Bild’ regelrecht dazu aufgefordert, andere bloßzustellen.”

Bei drei von vier Verstößen aus Deutschland konnte eine schnelle Beseitigung der unzulässigen Inhalte bzw. Angebote erreicht werden. Wenn die Verstöße hingegen auf ausländischen Servern begangen wurde, setzt jugendschutz.net auf die Zusammenarbeit mit ausländischen Partnerorganisationen und Plattform-Betreibern. Die meisten unzulässigen Angebote aus dem Ausland stammen vor allem aus den USA (52%).

PISA-Studie für Studenten?

Heute habe ich auf Spiegel Onlone ein Interview mit OECD-Bildungsdirektorin Barbara Ischinger gelesen, in dem diese vom internationalen Ahelo-Projekt des OECD berichtet, einer Art PISA-Studie für Studenten. Ziel des ganzen sei es, die Leistungsfähigkeit von Hochschulabsolventen verschiedener Länder mtieinander zu vergleichen. Damit sollen bessere Aussagen über die Lehrleistung der verschiedenen Universitäten möglich werden und nicht über ihre Forschungsleistung, nach der sie momentan vor allem beurteilt werden. Durch die Aussagen zur Lehrleistung der einzelnen Unis soll zukünftigen Abiturienten eine Entscheidungshilfe bei der Auswahl der für sie passenden Universität geleistet werden, denn: “da schaut er natürlich darauf, wo die Studenten am besten ausgebildet werden”.

An sich ja keine schlechte Idee. Dem Thema Lehre wird sicherlich oft zu wenig Platz eingeräumt an den Universitäten und Aussagen über die Lehrqualität einer Uni erleichtern einem Abiturienten sicherlich auch die Entscheidung, wo er studieren soll. Die Aussagen über die Lehrleistung der einzelnen Unis sollen dadurch möglich werden, dass man vergleicht, wie gut die teilnehmenden Studenten kritisch und analytisch denken können und wie gut ihr Fachwissen ist. Und gerade der letzte Punkt macht mich etwas stutzig. Seit der Bologna-Reform entstehen viele neue Bachelor- und Masterstudiengänge, die alle ihre eigenen Schwerpunktein der Studien- und Prüfungsordnung setzen. Manche Studiengänge einer Fachrichtung sind kaum in einem Bundesland geschweige denn innerhalb Deutschlands miteinander vergleichbar. Wie soll das also zwischen verschiedenen Ländern möglich sein? Ich denke da allein schon an den Bachelor- und Masterstudiengang “Medien und Kommunikation” an der Uni Augsburg, den ich selbst absolviert habe. In Deutschland gibt es keinen anderen Studiengang, der das gleiche Curriculum hat. D.h., Studenten anderer Fächer im Bereich Medien und Kommunikation haben zum Teil andere Hauptfächer, bekommen also andere Inhalte vermittelt. Welches Fachwissen prüft man also bei allen “Medienstudenten” im Studenten-PISA ab?

Ich denke, diese Frage stellt sich nicht nur bei Medien und Kommunikation, sondern auch bei anderen Fächern. Natürlich müssen alle Studenten in ihrem Fach bestimmte Einführungs- und Grundlagenveranstaltungen besucht und daraus Fachwissen mitgenommen haben, welche das aber sind, hängt von der fachlichen Zusammenstellung des jeweiligen Studiengangs ab. Kritisches und analytisches Denken sollten alle Studenten, unabhängig vom Fach, gelernt haben. Aber Fachwissen ist meiner Meinung nach in einigen Fachrichtungen schwer zu vergleichen. Denn im Gegenteil zur Schule gibt es für verschiedene Studiengänge nicht unbedingt verbindlichen Lehrpläne. Bin mal gespannt, wie das gelöst werden soll. Oder werden nur solche Studiengänge erfasst, bei denen Fachwissen leichter abzufragen ist, da es besser vergleichbar ist zwischen verschienden Unis? Hier würde mich sehr interessieren, wie andere dieses Thema sehen.

Neue Uni, EU-Projekt und w.e.b.Square

Lange war es in diesem Blog mal wieder still, was daran lag, dass ich für einige Wochen – und wegen der Aschewolke länger als geplant – im Ausland war. Seit gut einer Woche bin ich aber wieder da und wollte auf ein paar Veränderungen bei mir hinweisen. Seit dem 19. April bin ich nun als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Professur für Lehren und Lernen mit Medien der Universität der Bundeswehr in München bei Gabi Reinmann angestellt. Auf die Zusammenarbeit mit meinen Kollegen freue ich mich schon sehr, auch wenn diese momentan noch hauptsächlich virtuell erfolgt, da wir noch keine Büroräume haben. Zuständig bin ich in erster Linie für die Koordination und wissenschaftliche Begleitung des EU-Projektes “Driver Instructor Education 2.0“.

In der Zeit, in der ich im Urlaub war, ist das Projekt nun auch in die Praxisphase gestartet (worüber auch Frank bereits berichtet hat). Um unseren Projektpartnern den Umgang mit der Technik (Kamera, Video-Upload) und dem Projektportal zu erleichtern und die einzelnen Abläufe in der Praxisphase zu erläutern, haben Frank Vohle, Silvia Sippel und Johannes Metscher unter Mitwirkung von Schorsch Meier und Torsten Uhlig ein Instruktionsvideo produziert. Wer Interesse hat, kann sich dieses Video im Projektportal ansehen. Erste Videos sind im Portal bereits hochgeladen und kommentiert worden. Kleinere Probleme der Projektpartner mit der Technik konnten bislang gut gelöst werden und nun hoffen wir auf rege Beteiligung und spannende Erkenntnisse aus dem Einsatz von Videoreflexion in der Fahrlehrerausbildung.

Zuletzt möchte ich noch auf die aktuellste Ausgabe des studentischen Online-Magazins w.e.b.Square hinweisen. Die Ausgabe steht diesmal unter dem Thema “Corporate Social Responsibility” und präsentiert studentische Arbeiten von Projektberichten, die im Rahmen von Seminaren entstanden sind, bis zur Bachelorarbeit. Viel Spaß beim Lesen!

w.e.b.Square-Tagung: Uni kann auch anders sein

Wie Sandra bereits berichtet hat, ist seit einigen Tagen der Imagefilm zur w.e.b.Square-Tagung online. w.e.b.Square ist eine studentische Online-Zeitschrift, die im Rahmen des Medien und Kommunikation-Studiums an der Uni Augsburg sehr gute studentische Arbeiten zugänglich macht. Daneben gibt es im Wintersemester immer ein w.e.b.Square-Seminar, dessen Ziel es ist, einmal im Jahr eine studentische Tagung auf die Beine zu stellen. Wie das Seminar und die Tagung in diesem Semester gelaufen sind, hatte ich bereits berichtet (hier, hier und hier). An dieser Stelle möchte ich daher nur auf den sehr gelungenen Imagefilm verweisen, den unser Videoteam gedreht hat. Dieser Film zeigt, was das besondere an der w.e.b.Square-Tagung ist. Neben dem Imagefilm hat das Videoteam aber auch die gesamte Tagung live ins Netz gestreamt und die einzelnen Vorträge finden sich inzwischen hier auf der w.e.b.Square-Seite.